Unser Konzept

Die drei Fachärzte der ‚Praxis Vringsveedel‘ gehen davon aus, dass Beschwerden, Symptome, Befunde und Krankheitszustände sich sehr häufig auf der Grundlage mehrerer Ursachen und Lebensbedingungen entwickelt haben. Das bedeutet, dass diese Ursachen und Bedingungen bei der Untersuchung und Diagnostik zu berücksichtigen sind.

Im Hinblick auf die Behandlung sind die konkreten persönlichen Lebensverhältnisse des Patienten zu erheben und zusammen mit dem Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zu entwickeln und abzusprechen. Dabei spielen die Vorkenntnisse und Einstellungen des Patienten über den Zusammenhang zwischen somatischen und psychischen Vorgängen sowie die Entstehung und unterhaltenden Bedingungen von Beschwerden und Erkrankungen eine entscheidende Rolle (sog. subjektives Gesundheitsverständnis).

Das Zusammenführen der Erfahrungen des Patienten über seine Biografie und seine Lebensbedingungen (‚Patienten-Perspektive‘) einerseits und die Fachkenntnisse und Erfahrungen der Ärzte (‚Behandler-Perspektive‘) andererseits, sollen den Patienten in die Lage versetzen, selbst zum Experten seines Körpers und seiner Psyche zu werden. Das bedeutet, dass der Patient die Verantwortung für seine Mitwirkung erkennt und möglichst selbstständig und aktiv zu seiner Genesung beiträgt. Der Patient übernimmt soweit wie möglich die für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zweckmäßige ‚Managementfunktion‘; die Ärzte beraten, behandeln und unterstützen den Patienten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln soweit wie nötig.

Eine Behandlung in unserer Praxis wird dann als erfolgreich angesehen, wenn der Patient weitestgehend selbstbestimmt in der Lage ist, seine Gesundheit aufrecht zu halten und den Arzt nicht mehr oder nur in begrenztem Umfang benötigt.

Die Ärzte der Praxis vermeiden den häufig verwendeten, aber unbestimmten Begriff der ‚Ganzheitsmedizin‘. Dieser Begriff suggeriert, dass der Arzt ‚allwissend und allmächtig‘ ist und besser weiß, was für die Gesundheit des Patienten hilfreich ist. Stattdessen gehen wir davon aus, dass der Patient das umfassendste Wissen über und die längste Erfahrung mit seinem Körper und seiner Psyche hat.

Das Ziel der Beratung und Behandlung besteht darin, die Aspekte Gesundheit und Krankheit sowie Lebensqualität und Lebenserwartung aus verschiedenen Perspektiven (‚Mehr – Perspektiven – Medizin‘) zu betrachten. Nicht nur mit den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Urologie, Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, sondern auch mit der persönlichen Lebenserfahrung der Praxisärzte bieten wir unseren Patienten eine breite Grundlage für ausgewogene Gesundheitsentscheidungen.

Diese Auffassung ist auch der Hintergrund für eine enge fachliche Zusammenarbeit der drei Praxisärzte miteinander sowie gegebenenfalls für eine Kooperation mit anderen Spezialisten und/oder Berufsgruppen.

Die Wahl des Blickwinkels  (z. B.)

  • Vergangenheit  -/-  Zukunft,
  • subjektives Befinden  -/-  objektivierbare (messbare) Befunde,
  • körperliche Verfassung  -/-  Umgebungsbedingungen, wirtschaftliche und soziale Lage
  • körperlich begründbare Symptome  -/-  psychisch begründbare Beeinträchtigungen
  • Auswirkung von Beeinträchtigungen auf körperliche Vorgänge  -/-  psychische Verfassung des Patienten
  • Auswirkungen von Gesundheitsstörungen auf den Patienten  -/-  die ihn begleitenden Mitmenschen

ist für die Wahl der am besten geeigneten Behandlungsmittel und -methoden sowie der Hilfsmittel entscheidend und mit dem Patienten abzustimmen. Wichtig ist auch, die Grenzen der Beeinflussbarkeit von Gesundheitsstörungen zu erkennen, zu kommunizieren und zu akzeptieren.

Gemeinsames Ziel ist, dass der Wissens- und Kompetenzunterschied zwischen Patient und Arzt möglichst klein wird.

  • Der Patient berät den Arzt, um ihn in die Lage zu versetzen, die besten Behandlungsmöglichkeiten zu wählen bzw. anzubieten, und
  • der Arzt berät den Patienten, damit dieser nicht nur die Behandlungsangebote des Arztes versteht, sondern auch selbst das Beste für seine Gesundheit zu tun kann.

Deshalb sind nicht nur die Fragen des Arztes an den Patienten, sondern ebenso die Fragen des Patienten an den Arzt ein unverzichtbares Heilmittel.

Wir empfehlen grundsätzlich jedem Patienten, eine eigene ‚Gesundheitsakte‘ zu führen, die alle verfügbaren ärztlichen Berichte und Befunde sowie eigene Aufzeichnungen enthält.

Sofern psychotherapeutische Gespräche Bestandteil der Behandlung sind, erwarten und empfehlen wir, dass der Patient die Gespräche mit dem Arzt mit einem geeigneten Gerät (z. B. Smartphone oder besser: digitales Aufnahmegerät ohne Internetfunktion) aufnimmt, damit er auf den Gesprächsinhalt – auch zu einem späteren Zeitpunkt – zurückgreifen kann. Mit diesem Hilfsmittel hat der Patient die Möglichkeit, nicht nur den Worten des Arztes noch einmal genau zuzuhören, sondern auch aus seinen eigenen Äußerungen – aus der Zuhörerperspektive – hilfreiche Schlussfolgerungen zu ziehen.

Unter den Bedingungen der Coronakrise ist es auch möglich, Beratungen und psychotherapeutische Gespräche per Videotelefonie durch zu führen.